
„Tie My Laces“
Album (2025)
1.
„On The Bridge“

Lyrics
„On The Bridge“
Inspired by a classic Daoist parable from the Zhuangzi
We’re standing on a bridge above the river flow,
Sunlight on the water, letting all our questions go.
I point to the ripples, say, “Look at them swim-
Those silver little dancers, don’t they look like they grin?”
But you laugh and you say, “How could you ever know?
You’re not a fish, you’re just a poet with a show.”
I smile and reply, “Well, you’re not me.
How can you be sure that I don’t feel their glee?”
Oh, we talk in circles, chasing tails and dreams,
Truth is a river, not as simple as it seems.
Maybe I’m a fish, maybe you’re the sky,
Maybe we’re just stories drifting by.
You say, “I’m not you, and you’re not me,
But here we are together, lost in mystery.”
I say, “Let’s go back to where we began-
I saw the fish were happy, and you saw that I can.”
Words like water, slipping through our hands,
Questions with no answers, only shifting sands.
Maybe knowing’s just a dance we do,
A bridge between the me and the you.
Oh, we talk in circles, chasing tails and dreams,
Truth is a river, not as simple as it seems.
Maybe I’m a fish, maybe you’re the sky,
Maybe we’re just stories drifting by.
So let’s stand here laughing, let’s stand here still,
Let the river carry what it will.
If happiness is knowing, or just letting go,
Let’s watch the fishes and let the questions flow.
Oh, we talk in circles, chasing tails and dreams,
Truth is a river, not as simple as it seems.
Our shadows ripple on the waters‘ face-
Does the river move, or does the bridge drift in space?
On the bridge, on the bridge, let the world go by-
Maybe we’re the fishes, and maybe we can fly.
Interpretation
„On The Bridge“ – Vom Wissen, Fließen und Loslassen
„On The Bridge“ verwandelt eine alte daoistische Parabel aus dem Zhuangzi in eine leuchtend klare Meditation über Wahrnehmung, Empathie und das heitere Nichtwissen. Der Song beginnt mit einem schlichten Bild – zwei Menschen stehen auf einer Brücke, das Sonnenlicht tanzt auf dem Wasser –, und entfaltet daraus ein tiefes Gespräch darüber, was es eigentlich heißt, etwas zu verstehen.
In den ersten Zeilen liegt Ruhe und Staunen: Wasser, Licht, Bewegung – und das stille Gespräch zweier suchender Geister. Die „silver little dancers“ im Fluss stehen für ein unbefangenes, lebendiges Dasein. Wenn der Sprecher sagt: „Don’t they look like they grin?“, dann ist das kein rationales Wissen, sondern ein intuitives Erkennen – eine Empathie, die das Lebendige unmittelbar spürt.
Dann begegnen sich zwei Haltungen: Der Skeptiker fragt, ob man als Mensch überhaupt wissen könne, was ein Fisch fühlt. Der Poet antwortet mit einem Spiegel: „You’re not me – how can you be sure that I don’t?“ In diesem paradoxen Schlagabtausch liegt das Herz des Songs – ein Spiel zwischen Verstand und Intuition, zwischen Denken und Fühlen.
Im Refrain weitet sich der Blick: „Truth is a river, not as simple as it seems.“ Wahrheit ist kein fester Besitz, sondern Bewegung. Wie ein Fluss verändert sie sich ständig, fließt, gleitet, spiegelt und verschwindet wieder. Wenn es heißt: „Maybe I’m a fish, maybe you’re the sky“, verschwimmen die Grenzen zwischen Ich und Du, Beobachter und Beobachtetem – alles wird Teil eines gemeinsamen Stroms.
Am Ende löst sich das Gespräch in Gelassenheit. Kein Streit mehr, keine Beweise – nur zwei Menschen, die gemeinsam auf das Wasser blicken und „die Fragen fließen lassen“. Die Schlusszeile – „Does the river move, or does the bridge drift in space?“ – zitiert den Geist des Daoismus direkt: Vielleicht bewegt sich gar nicht der Fluss, sondern unsere Wahrnehmung.
„On The Bridge“ ist damit kein Lied über Wissen, sondern über Loslassen. Es lädt uns ein, Sicherheit gegen Staunen zu tauschen, Denken in Fühlen zu verwandeln – und darin jene stille Weisheit zu finden, die Zhuangzi vor über zweitausend Jahren besang: dass das wahre Verstehen im Einklang mit dem Unbegreiflichen liegt.
2.
„Where Are The Numbers?“

Lyrics
„Where Are The Numbers?“
There’s a rhythm in the rain, in the hush between the drops
Patterns in the silence that never really stops
A spiral in the seed, a code in every shell
They whisper in the shadows, but they never really tell
I see them float behind your eyes
In galaxies and lullabies
They’re written where we cannot see
But something deep remembers three
Where are the numbers?
Where do they hide when no one counts?
Do they sleep in stars or climb the clouds?
Are they born or just revealed somehow?
Where are the numbers now?
They hum beneath the floor, they shine behind the leaves
They echo through the centuries, then vanish in the breeze
You can’t hold a seven, you can’t touch a ten
But they keep returning, again and again
A fingerprint without a hand
A secret song that understands
The way a snowflake always knows
To fall in six, not five or four
Where are the numbers?
In the breath between the tides?
In the pause where time divides?
We chase them, but they still confound
Where are the numbers now?
In sacred chants, in children’s games
In burning stars that write their names
In music that we feel, not hear
They’re always close, but never near
Where are the numbers?
Not in gold, not in the rules
But in the hush that follows fools
In wonder’s glow, in love unbound
Where are the numbers now?
Not in the answers…
But in the how
Where are the numbers…
Now?
Interpretation
Die verborgene Arithmetik des Staunens
„Where Are the Numbers?“ ist kein Lied über Mathematik – es ist ein Lied über das Geheimnis. Es nimmt etwas scheinbar Kaltes und Rationales – die Zahlen – und verwandelt es in ein Fenster zum Unsagbaren, zu jener unsichtbaren Ordnung, die allem zugrunde liegt. Der Song will nichts erklären, sondern das Staunen wecken über das, was immer schon da ist, aber kaum je bemerkt wird.
Im Kern stellt der Song eine einfache, aber radikale Frage:
Wo sind die Zahlen, wenn niemand sie zählt?
Diese Frage verwandelt ein logisches Konzept in eine spirituelle Erkundung. Zahlen erscheinen hier nicht als menschliche Erfindung, sondern als Echos einer kosmischen Sprache, die in allem klingt – im Rhythmus des Regens, in der Symmetrie der Blätter, im Wirbel der Muscheln. Sie sind Ausdruck einer verborgenen Harmonie, die sich selbst nie offen zeigt.
Der Ton des Liedes ist ehrfürchtig, zugleich verspielt. Es betont das Paradox, dass Zahlen allgegenwärtig und doch ungreifbar sind: Wir können sie nicht berühren, und doch formen sie alles, was wir berühren. Sie sind wie die Fingerabdrücke der Schöpfung – das Gerüst der Sterne und Schneeflocken, und zugleich flüchtige Schatten, reine Beziehungen ohne Substanz.
Indem der Song seine zentrale Frage nicht beantwortet, ehrt er das Ungewisse. Der Refrain findet keine Auflösung; er schwebt, mantraartig. Dieses Offenbleiben ist wesentlich: Der Hörer soll die Frage nicht lösen, sondern in ihr verweilen. So wird „Where Are the Numbers?“ zu einer modernen Form des Koans – eines musikalischen Rätsels, das Logik in Staunen verwandelt.
Am Ende erinnert das Lied uns daran, dass wahre Schönheit nicht in dem liegt, was sich messen lässt, sondern in dem, was sich dem Messen entzieht.
Die Zahlen sind das Gerüst des Universums, doch das Leben selbst – der Atem, die Wärme, das Wunder – bleibt unzählbar.
3.
„Stargazer“

Lyrics
„Stargazer“
I was ten, maybe twelve, the world still wide and kind,
Books and sky were gateways for a curious mind.
The dark above was velvet, stitched in silver thread,
And every name I learned lit fires inside my head.
I fell in love with the names of stars,
Like poems written deep in space.
Each one a whisper through the dark,
A secret song in silent grace.
We camped outside, two kids beneath the summer air,
A tent, a torch, the night—adventure everywhere.
We wandered quiet streets beneath the silent dome,
And I pointed to the stars, like names I’d always known.
He looked at me with raised eyebrows,
Half amazed, half backing out—
He said: “You really know all this?”
And I just shrugged: “You don’t?”
Sirius
Vega
Arcturus
Capella
Betelgeuse
Canopus
Altair
Spica
Denebola
I didn’t know that wonder wasn’t in us all,
That names could sound like music but not mean a call.
He blinked at me like I was speaking outer space—
I saw the distance written clearly on his face.
But stars don’t shine for praise or fame,
They burn in silence, just the same—
And maybe I was born that way,
To trace the dark and speak its name.
Rigel
Fomalhaut
Procyon
Aldebaran
Antares
Acrux
Pollux
Mirfak
Sadr
The beam I cast with my flashlight then—
A joke, a code, a child’s sign—
It’s traveling still through endless dark
And now it touches Alchiba’s shine.
Zubenelgenubi
Bellatrix
Alnitak
Dubhe
Alpheratz
Nunki
Almaak
Castor
Elnath
Interpretation
Die Poesie des Wissens und des Nichtwissens
„Stargazer“ ist ein Lied über Neugier, Einsamkeit und die bittersüße Schönheit des Andersseins. Im Mittelpunkt steht die kindliche Faszination für die Sterne – nicht nur für ihr Licht, sondern für ihre Namen. Die frühe Liebe des Erzählers zu diesen Himmelswörtern („I fell in love with the names of stars“) wird zum Sinnbild des menschlichen Drangs, im Unendlichen Bedeutung, Ordnung und Schönheit zu finden.
Die Strophen entfalten sich wie Seiten einer erinnerten Nacht: das Zelt, die Taschenlampe, die Stille eines Dorfes unter dem weiten Himmel. Die Begeisterung des Kindes stößt auf das verwunderte Unverständnis eines Freundes – ein Moment, der das Gefühl einfängt, anders zu sein, und die erste Erkenntnis, dass Staunen kein allgemeiner Reflex ist. Der kurze Dialog („You really know all this?“ / „You don’t?“) vereint Stolz und Irritation: die Ahnung, dass Wissen sowohl verbinden als auch entfremden kann.
Die Refrains, die nur aus Sternennamen bestehen, wirken wie Beschwörungsformeln oder gesungene Sternbilder – eine kosmische Litanei der Identität. Ob geflüstert oder gesungen, verwandeln sich diese Namen in reine Klangpoesie: Sprache wird zu Licht. Sie sind zugleich wissenschaftlich und heilig, eine Brücke zwischen Denken und Fühlen.
Die Bridge, in der der Lichtstrahl der Taschenlampe nach fünfzig Jahren den Stern Alchiba erreicht, verdichtet auf wunderbare Weise Zeit und Erinnerung. Eine kindliche Geste – das Schwenken einer Taschenlampe – wird zu einem Akt kosmischer Dauer. Was einst Spiel war, ist nun Physik; was einst Unschuld war, wird zu Beständigkeit. Das Licht bleibt, lange nachdem das Kind erwachsen ist – ein realer und symbolischer Nachhall des Staunens.
„Stargazer“ ist kein Lied über Astronomie, sondern über Zugehörigkeit und Perspektive. Es fragt, ob Wissen uns verbindet oder trennt – und ob unser stilles Staunen unter den Sternen nicht vielleicht die reinste Form des Gebets ist.
4.
„Who Can Say?“

Lyrics
„Who Can Say?“
Inspired by an ancient Daoist Parable
Woke up, my horse ran off again
Neighbor’s eyes say “Oh, poor friend”
But I just sip my morning tea
And say, “Let’s wait and see.”
Next week, he’s back — not one, but two
A wild-eyed mare in buckskin blue
They cheer, “You’ve struck a twist of fate!”
I smile and say, “Too soon to celebrate.”
Who can say what’s good or bad?
Fortune’s wearing masks we’ve never had
Up and down, like tides that play
Maybe yes — or maybe nay
So I just laugh and ride the wave
‚Cause who can say?
Who can say?
My son tried breaking in the mare
The saddle slipped, he flew through air
The town gasped loud: “Oh what a blow!”
I shrug and say, “Too soon to know.”
Then war drums beat across the land
They came for sons with sword in hand
They skipped my boy — the crowd looked thrilled
I said, “Let’s not be too fulfilled.”
Who can say what’s good or bad?
Rain might grow the dreams we never had
Highs and lows, they twist and sway
Maybe yes — or maybe nay
So I just toast the break of day
‚Cause who can say?
Who can say?
Every curse might wear a crown
Every throne could tumble down
A silver lining’s sometimes rust
But rust still glows, if you let it trust
So don’t be quick to call it doom
Don’t cheer too fast inside the bloom
The story’s not done, we’re on page ten
What feels like loss might win again
Who can say what’s good or bad?
Time’s a trickster, sweet and mad
We dance the dark, we kiss the gray
Maybe yes — or maybe nay
I’ll live like life’s a cabaret
‘Cause who can say?
Who can say?
Interpretation
„Who Can Say?“
„Who Can Say?“ ist eine Parabel in Gestalt eines Popsongs – eine poetische Meditation über das Wechselspiel des Schicksals und die Sinnlosigkeit, das Leben vorschnell in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen. Inspiriert von einer alten taoistischen Geschichte, verwandelt der Song zeitlose Weisheit in eine Erzählung, die zugleich persönlich und universell klingt.
Im Kern stellt das Lied unsere menschliche Neigung infrage, Ereignisse sofort zu bewerten. Jede Strophe bringt eine neue Wendung: ein verlorenes Pferd, ein unerwartetes Geschenk, ein Unfall und schließlich die Errettung vor dem Krieg. Mit jeder Episode wird der wiederkehrende Satz – „Who can say?“ – weniger zur Frage als vielmehr zu einem Mantra der Gelassenheit. Das Leben, so die Botschaft, entzieht sich unseren Etiketten. Was heute Glück bedeutet, kann morgen Schmerz bringen – und umgekehrt.
Musikalisch wie sprachlich balanciert der Song zwischen Schlichtheit und Philosophie. Alltägliche Bilder – Teetassen, Dorfwege, das Flüstern der Nachbarn – rahmen große Gedanken über Zufall, Perspektive und inneren Frieden. Der eingängige Refrain kontrastiert mit der ruhigen Weisheit der Strophen und spiegelt so das Auf und Ab des Lebens. Die Zeile „But rust still glows, if you let it trust“ verdichtet die Essenz des Songs: Selbst das, was abgenutzt oder kaputt erscheint, kann Schönheit in sich tragen, wenn man es mit Geduld betrachtet.
Am Ende geht es in „Who Can Say?“ nicht um Resignation, sondern um Loslassen – um die Freiheit, die entsteht, wenn man Unsicherheit zulässt. Der Song lädt dazu ein, nicht nach absoluter Bedeutung zu suchen, sondern sich stattdessen von den Wellen treiben zu lassen und Gelassenheit im Auf und Ab des Wandels zu finden. In einer Welt, die von Kontrolle und sofortigen Urteilen besessen ist, ist dieser Song ein sanfter Akt der Rebellion – und erinnert daran, dass wahre Weisheit oft mit Staunen beginnt.
5.
„Tie My Laces“

Lyrics (original)
„Tie My Laces“
Inspired by Carlos Castaneda and the teachings of Don Juan Matus
Walking through the canyon light,
Shadows dancing, day to night.
A sudden pause, I kneel down slow,
Tie my laces — winds still blow.
A whisper falls from up above,
A stone like fate, nor hate nor love.
It missed me by a breath or two,
What was chance, and what was true?
And he said, „One day it may not miss,
No warning and no final kiss.
But what you do is all you own —
So tie them laces like a stone.“
Tie my laces with care and grace,
Meet the silence, match the pace.
The world may crumble, skies may fall,
But I will stand and face it all.
In every moment, let me be
A warrior walking consciously.
He looked at me with ancient eyes,
Saw through my doubt and thin disguise.
„No fear of death,“ he gently meant,
„Do live each act with pure intent“.
Not every stone can be outrun,
Not every day will see the sun.
But in the smallest act, we find
The echo of an anchored mind.
Tie my laces, breathe the wind,
Own each step, lose and win.
The path may vanish, fade away,
But I will walk it anyway.
In every moment, let me be
A warrior walking consciously.
Interpretation
Carlos Castaneda schildert in seinen Büchern ein Erlebnis, das er mit seinem schamanischen Lehrmeister Don Juan Matus hatte, als sie zu Fuß in der mexikanischen Wildnis unterwegs waren.
Vom Binden der Schnürsenkel
Eines Tages gehen Carlos und sein Wohltäter durch eine Schlucht. Castaneda bemerkt, dass einer seiner Schnürsenkel aufgegangen ist und hockt sich hin, um ihn neu zu binden.
In diesem Moment löst sich vom Rand der Schlucht ein Felsbrocken und kracht direkt vor ihm zu Boden. Hätte er nicht angehalten, um seinen Schnürsenkel zu binden, hätte ihn der Felsbrocken getroffen und getötet.
Castaneda verfällt in Panik, aber sein Wohltäter bleibt gelassen: „Ein andermal“, meint er, „wird sich vielleicht ein Felsbrocken lösen und dich treffen, gerade weil du angehalten hast und nicht weitergegangen bist.“
„Also können wir gar nichts tun?“ fragt Castaneda.
„Doch.“ antwortet sein Wohltäter. „Mit größtmöglicher Sorgfalt unsere Schnürsenkel binden.“
Don Juan nutzt das Erlebnis mit dem herabfallenden Felsbrocken, um Carlos zu lehren, dass ein Schamane niemals unachtsam ist. Man kann dem Tod nicht ausweichen – aber man kann ihm als „Krieger“ begegnen, mit Bewusstheit, Anmut und Sorgfalt. Er macht deutlich, dass selbst wenn der Tod in der nächsten Sekunde kommt, man bis zum letzten Moment mit völliger Hingabe und Präzision handeln sollte – sogar beim Schnürsenkelbinden.
Die Essenz dieser Lehrunterweisung ist: Wir wählen nicht die Umstände, aber wir wählen unsere Haltung. Selbst im Angesicht des Unvermeidlichen sollten wir in jedem Moment achtsam, würdevoll und in voller Präsenz handeln.
6.
„Sweet Strawberry Now“

Lyrics
„Sweet Strawberry Now“
Inspired by a Buddhist parable
I was running through the fire, desert winds and empty skies
Chased by shadows, getting closer, I could feel their hungry eyes
Every step a little faster, but there’s nowhere left to go
Then the ground gave way beneath me—
And I started falling slow
Holding on to something fragile, roots in stone and tangled dreams
Above me roared the lion, below me waited screams
And time—it gnawed in circles, black and white in endless spin
But then I saw a glimmer, where the rock had cracked so thin
Oh, sweet strawberry now
Caught between the fear and the fall
While the world tries to break me down
You’re the sweetest taste of it all
Let the end come, let it howl
I’ll savor this bite somehow
Life is burning, fading—wow
But oh… sweet strawberry now
There’s a beauty in the balance, in the peril and the peace
In a world that can’t be mastered, we find moments of release
Yeah, the clock is always ticking, yeah, the ropes will someday fray
But the red flash in the sunlight?
That’s the reason that I stay
When the danger’s all around me, and the silence grows too loud
I won’t wait for some salvation
I’ll just taste what life’s allowed
Oh, sweet strawberry now
Caught between the fear and the fall
While the world tries to break me down
You’re the sweetest taste of it all
Let the end come, let it howl
I’ll savor this bite somehow
Life is burning, fading—wow
But oh… sweet strawberry now
Maybe that’s all that we get
Not forever, just a breath
But in that breath I found the light
I found the why, I found the right
To love, to feel, to be
In this one small eternity
Oh, sweet strawberry now
You’re the reason, you’re the vow
While the storm’s about to devour
I’m alive, I’m alive—in this hour
Let the end come, let it howl
I’ll savor this bite somehow
Life is burning, fading—wow
But oh… sweet strawberry now
Interpretation
Die Geschichte von der Erdbeere
Eine Frau ging durch eine Wüste. Es war heiß und die Frau war durstig. Nach einer Weile bemerkte sie hinter sich einen Löwen, der ihr folgte. Die Frau ging schneller, aber der Löwe kam immer näher. Schneller und schneller ging die Frau, aber der Löwe folgte ihr und der Abstand wurde kürzer und kürzer. Schließlich rannte die Frau, und auch der Löwe rannte und schloss immer weiter auf.
In vollem Lauf gelangte die Frau an den Rand einer Schlucht, die plötzlich senkrecht vor ihr abfiel und sich nach links und rechts ohne absehbares Ende erstreckte. Sie sah sich nach dem Löwen um, stolperte und fiel über den Rand der Schlucht.
In der felsigen Wand hatte auf halber Höhe ein Strauch festen Halt gefunden, den bekam die Frau bei ihrem Absturz zu fassen, verfing sich und hing im Geäst. Als sie nach unten blickte, sah sie am Boden der Schlucht einen zweiten Löwen. Der erste hatte inzwischen den Rand der Schlucht erreicht und blickte von oben auf die Frau in dem Strauch herab.
Aus einem Loch in der felsigen Wand kamen zwei Mäuse gekrochen und begannen, an den Wurzeln des Strauchs zu nagen.
Die Frau ließ ihre Blicke auf der Felswand umherwandern und bemerkte unweit von ihr eine Erdbeere, die dort aus einem Spalt gewachsen war. Rot glänzte die Frucht in der Sonne.
So weit sie konnte, beugte sich die Frau zur Seite und bekam die Erdbeere zu fassen. Sie pflückte sie vorsichtig ab, betrachtete sie, roch an ihr, steckte sie sich in den Mund und zerdrückte sie mit der Zunge am Gaumen.
Oh, welch köstlicher Augenblick!
Die Geschichte ist eine Allegorie auf das menschliche Leben, das von Gefahren und Vergänglichkeit umgeben ist.
Der erste Löwe steht für unser Karma, das uns folgt und treibt.
Der zweite Löwe symbolisiert die Zukunft, den Tod – das unausweichliche Schicksal aller irdischen Wesen.
Die Mäuse (oft schwarz und weiß – Nacht und Tag) stehen für die unerbittlich vergehende Zeit.
Der Strauch ist das fragile Leben selbst.
Und die Erdbeere?
Sie steht für den gegenwärtigen Moment, das Jetzt, das trotz aller Umstände genossen werden kann. Oh, welch köstlicher Augenblick ist dieser Jetzt-Moment – wenn wir ihn mit unserer vollen Aufmerksamkeit wahrnehmen und wertschätzen können.
7.
„A Second of Forever“

Lyrics
„A Second of Forever“
Inspired by the German fairy tale „Das Hirtenbüblein“ („The Shepherd Boy“)
In a silent land where the wild winds sleep,
Rises a mountain, ancient and deep.
No footsteps echo, no voices cry,
Just the hush of stars in an endless sky.
Once in a century, soft as a sigh,
A little bird comes drifting by.
With feathers like dusk and a heart full of song,
It sharpens its beak, then it’s quickly gone.
And when the mountain’s turned to dust,
Carried off in dreams and rust,
Only then, my love, you’ll see,
A second passed in eternity.
Hush now, darling, close your eyes—
Time is slower than the skies.
No need to run, no need to race,
Forever moves at a gentle pace.
One tiny bird, one timeless flight,
Kisses stone in pale moonlight.
And when the mountain’s turned to dust,
Carried off in dreams and rust,
Only then, my love, you’ll see,
A second passed in eternity.
Sleep, sweet soul, the night is kind—
Leave the ticking clock behind.
The stars don’t hurry, the wind won’t chase,
The bird just knows its secret place.
And while you dream, it’s on its way,
Wearing down the stone, flake by flake.
And when the mountain’s turned to dust,
Carried off in dreams and rust,
Only then, my love, you’ll see,
A second passed in eternity.
Rest now, child, the world will keep—
Forever waits while you’re asleep.
Interpretation
„A Second of Forever“ – Von der Stille und der Ewigkeit
Im Kern ist „A Second of Forever“ eine Meditation über die Zeit – nicht als Abfolge von Sekunden, sondern als weiten, atmenden Raum, der unter allem Dasein liegt. Inspiriert vom alten Grimm-Märchen „Das Hirtenbüblein“ verwandelt das Lied ein uraltes Gleichnis in ein modernes Wiegenlied: das Bild eines kleinen Vogels, der nur alle hundert Jahre kommt, um sein Schnäbelchen an einem Berg zu wetzen – und erst, wenn der ganze Berg abgetragen ist, ist eine einzige Sekunde der Ewigkeit vergangen.
Die sanfte Melodie und die zurückhaltende Sprache des Songs spiegeln die Geduld dieses Bildes wider. Jede Strophe bewegt sich langsam, wie ein Jahrhundert im Kleinen, und flüstert von der Zartheit und Schwere der Unendlichkeit. Der Berg steht als Symbol für Dauer und Beständigkeit – für das, was in unserem Leben unverrückbar scheint. Der Vogel dagegen verkörpert die Zeit: still, unaufhaltsam, fast liebevoll trägt sie Schicht um Schicht ab.
Doch das Lied ist nicht traurig. Es tröstet. Indem es die Ewigkeit als etwas Sanftes und Geduldiges beschreibt, lädt es dazu ein, Frieden mit der Vergänglichkeit zu schließen. Die Schlusszeilen – „Rest now, child, the world will keep / Forever waits while you’re asleep“ – lassen die Angst vor dem Vergehen in Ruhe und Vertrauen übergehen. Die Zeit ist hier kein Feind, sondern wie eine Wiege.
„A Second of Forever“ ist zugleich Wiegenlied und Philosophie: Es erinnert uns daran, dass selbst in den kleinsten Gesten – im Flügelschlag eines Vogels, in einem Atemzug, in dem Moment vor dem Einschlafen – die Ewigkeit still weiterwirkt, und dass sie uns mitnimmt in ihr unendliches, liebevolles Fließen.

