Kommendes Album
in Arbeit
1.
„What Is“
Lyrics (original)
„What Is“
After a long winter
Sun is coming in
Climbing ’cross the sky
How I missed the light
Wanna go back to doing things
Sweet as sugar in the trees
Sometimes I saw you
Struggling to be seen
What is really yours in this world?
What is really yours in this?
What is really yours?
What is?
Artifacts of survival
Dwell in the folds of time
Where life depends on nothingness
A fearful, tiny place
There’s grace amongst the grating
Of the life that fills me
Birdsong amongst saws and sirens
Flavoured with dissonance
What is really yours in this world?
What is really yours in this?
What is really yours?
What is?
I’ve been moving through things slowly
With the footsteps of a drunkard
Drunk, drunk, drunk with joy
That bursts out of my chest
What is really yours?
What is really yours?
What is really yours?
What is?
Anmerkung
Dieser Song entstand aus einer Übung in Becca Stevens’ Songwriting-Kurs „Serving the Song“ im Frühjahr 2026. Fragmente spontan erstellter Texte aller Teilnehmenden wurden wie ein Puzzle zusammengefügt und zur Inspirationsquelle für dieses Stück. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten! ❤️
2.
„Stay Awake“
Lyrics (original)
„Stay Awake“
inspiriert von Rumi
Morning winds are whispering
Secret words into your ear
Stay awake
Stay awake
Ask for what your spirit needs
Name the hunger of your heart
Stay awake
Stay awake
Stay awake
The gates are open now
Stay awake
The gates are open now
Stay awake
The gates are open now
Stay awake
Souls arrive and drift away
Past the threshold of the worlds
Where the unseen brushes near
This is the hour
Speak your wish
Stay awake
The gates are open now
Stay awake
The gates are open now
Stay awake
The gates are open now
Stay awake
Interpretation
„Stay Awake“ bleibt dem spirituellen Kern von Rumis Originalgedicht treu und bringt ihn zugleich in eine direktere, zeitgenössischere und songtaugliche Form. Anstatt die mystische Lehre ausschließlich durch symbolische Bilder zu vermitteln, wird sie hier zu einer persönlichen Einladung an die Hörer:innen.
Im Zentrum des Songs steht das Erwachen.
Die wiederholte Zeile „Stay awake“ greift Rumis berühmten Refrain „Don’t go back to sleep“ auf. In beiden Texten geht es dabei nicht in erster Linie um körperlichen Schlaf. Schlaf steht vielmehr für ein unbewusstes Leben – für Gewohnheit, Ablenkung, Trägheit und das Funktionieren auf Autopilot. Der Song fordert dazu auf, wach, gegenwärtig und offen für die tieferen Dimensionen des Daseins zu bleiben.
Bereits die ersten Zeilen machen dies deutlich:
Morning winds are whispering
Secret words into your ear
Wie in Rumis Bild des Morgenwinds steht die Morgendämmerung für einen Moment erhöhter Wahrnehmung. Sie ist die Schwelle zwischen Dunkelheit und Licht, Schlaf und Wachsein, dem Bekannten und dem Unbekannten. Das Flüstern deutet darauf hin, dass Weisheit sich nicht aufdrängt. Sie spricht leise und muss bewusst gehört werden.
Die zweite Strophe verschiebt den Fokus vom Hören zur Sehnsucht:
Ask for what your spirit needs
Name the hunger of your heart
Hier klingt ein zentrales Motiv Rumis an: Spirituelle Sehnsucht ist kein Mangel, sondern ein Wegweiser. Die tiefsten Wünsche der Seele verweisen auf das Wesentliche. Der Song legt nahe, dass Erwachen Aufrichtigkeit erfordert – nicht nur gegenüber dem, was wir wollen, sondern gegenüber dem, wonach unser innerstes Wesen tatsächlich verlangt.
Der Refrain führt eines der wichtigsten Symbole des Gedichts ein:
The gates are open now
Im Original steht die Tür bereits offen. Darin liegt eine tiefgreifende Aussage: Der Zugang zu Wahrheit, Gott, Wirklichkeit oder spiritueller Erkenntnis wird uns nicht verwehrt. Das Hindernis ist nicht eine verschlossene Tür, sondern unsere Unfähigkeit zu erkennen, dass sie längst offen steht.
Durch die Wiederholung dieser Zeile entsteht ein Gefühl von Unmittelbarkeit:
Die Gelegenheit ist da.
Die Einladung ist da.
Der Moment ist jetzt.
Die Bridge erweitert die Perspektive:
Souls arrive and drift away
Past the threshold of the worlds
Hier greift der Song direkt Rumis Bild der Schwelle auf, an der sich zwei Welten berühren. Diese „Welten“ lassen sich auf unterschiedliche Weise verstehen: als sichtbare und unsichtbare Welt, als Materie und Geist, als Zeit und Ewigkeit oder als gewöhnliches und wahres Selbst. Das menschliche Leben spielt sich genau an dieser Grenze ab. Wir bewegen uns ständig zwischen dem, was wir kennen, und dem, was sich unserem Verständnis entzieht.
Die nächste Zeile vertieft diesen Gedanken:
Where the unseen brushes near
Das Unsichtbare erscheint hier nicht als etwas Fernes oder Unerreichbares. Es kommt nahe. Es streift die Grenzen unserer alltäglichen Erfahrung. Der Song deutet an, dass Augenblicke von Erkenntnis, Schönheit, Liebe, Trauer, Stille oder Staunen jene Orte sind, an denen diese Berührung spürbar werden kann.
Die Bridge mündet schließlich in zwei schlichte Zeilen:
This is the hour
Speak your wish
An diesem Punkt wird die Hörer:in von einer Beobachter:in zur Beteiligten. Der Song beschreibt nicht länger nur eine spirituelle Wirklichkeit, sondern fordert eine Antwort. Das „wish“ steht dabei nicht einfach für einen beliebigen Wunsch. Im Geist Rumis meint es die tiefste Absicht des Menschen, sein Gebet, seine Sehnsucht oder seine Berufung.
Die abschließende Wiederholung von „Stay awake“ wirkt als Erinnerung: Die Tore stehen weiterhin offen. Die Schwelle ist weiterhin da. Die Einladung bleibt bestehen.
So bewahrt Stay Awake die zentrale Botschaft von Rumis Original:
Erwachen ist nichts, das irgendwann in der Zukunft geschieht. Die Tür steht bereits offen. Das Unsichtbare ist bereits nah. Die eigentliche Frage lautet, ob wir wach genug sind, um es wahrzunehmen.




